Archive for the ‘Rezensionen’ Category

Rezension: „Die unheimliche Bibliothek“ – Haruki Murakami

Klappentext:

„Kannst du nicht sprechen?“, fragte ich das Mädchen.

„Nein, meine Stimmbänder wurden in meiner Kindheit zerstört.“

„Deine Stimmbänder wurden zerstört? Aber von wem denn?“

Darauf gab sie mir keine Antwort. Sie lächelte nur so lieblich und süß, dass es mir den Atem nahm.

Meine Meinung:

Seit Kurzem hat mein Freund wieder einen Büchereiausweis der Stadtbücherei Wahlstedt. Während er zum Corona-Test war, ging ich also in die Bücherei. (Wir wollten nachmittags ins Kino).

Dort stöberte ich so durch die Regale und fand dieses kleine Büchlein quasi im Vorbeigehen. Und auch noch so ein Buch Juwel. Das sind die schönsten Funde.

Ein Junge will eigentlich nur zwei Bücher zurückgeben. Doch dann entscheidet er sich dafür, nach einem Buch über die Methoden der Steuereintreibung im Osmanischen Reich zu suchen.

Was dann folgt, ist ein Albtraum. Der Leser (also ich) schwankte zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Die dazugehöhrigen Illustrationen machen die Geschichte noch lebendiger. Er bekommt drei Bücher zum Thema, wird in ein Verlies im Keller gesperrt und muss die Bücher auswendig lernen. Erst dann kommt er wieder frei.

Wird er es schaffen und was hat es mit dem stummen Mädchen auf sich?

Das müsst ihr wie immer selbst nachlesen.

Zitat:

Sie sah aus wie ein zerbrechlicher Ziergegenstand aus Glas, auf den das Morgenlicht fiel. (Seite 37)

Fazit: Eine sehr kurzweilige Geschichte in einem kleinen Büchlein. Ein Epos, ein Juwel. Das ist Fantasy. Lest dieses Buch und ihr werdet es lieben und das nächste Mal eure Bibliothek mit ganz anderen Augen sehen.

Mein Lesehighlight 2021

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „Der Nordseehof – Als wir träumen durften (1)“ – Regine Kölpin

Klappentext:

„Wir müssen nach vorn sehen. Da liegt die Zukunft.“

Ostfriesland 1948: Johanna, Tochter eines Großbauern, verliebt sich in den Schlesien-Flüchtling Rolf – eine Liebe, die keine Zukunft hat, denn Johanna ist bereits dem wohlhabenden Hoferben Eike versprochen. Doch die beiden hören nicht auf zu träumen – vom Glück der Heimat, der Wärme einer Familie und ihrer gemeinsamen Zukunft…

Meine Meinung:

Ich habe eine großartige Autorin und ihre Bücher neu für mich entdeckt. Mir fehlen einfach die Worte, um das zu beschreiben, was ich fühlte, als ich ihr erstes Buch las. Regelrecht verschlungen wurde dieses Buch. Dann kam der Kontakt mit der Autorin zustande und sie machte mich zur Rezensentin. Wow! Was für ein Kompliment. Ich finde, es gibt nichts Besseres, als wenn man zur Rezensentin ernannt wird. Band 2 und 3 bekam ich also als Rezensionsexemplar.

Na gut, genug davon. Die Trilogie beginnt in der Zeit nach der Währungsunion in Neuharlingersiel. Es muss hart gewesen sein in der Zeit, in der es noch Lebensmittelmarken gegeben hat. Im ersten Band fand ich es spannend, wie das mit den schlesischen Flüchtlingen war. Schon sehr bewegend.

Zitat:

„Seitdem schlichen sie umeinander herum wie eine Katze um einen Topf Sahne, die genau wusste, dass sie Schläge bekommen würde, wenn sie auch nur einen winzigen Tropfen davon kostete.“ (Seite 14)

Fazit: Mir fehlen die Worte bei diesem Buch. Obwohl es eine fiktive Geschichte ist, hat es so eine intensive Wirkung auf mich. Ich bin froh, dass ich noch nicht in der Zeit gelebt habe, sondern in einer Zeit aufgewachsen bin, der es keine Kriege gab. Jedenfalls nicht in Deutschland.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ – Meike Werkmeister

Klappentext:

Eigentlich ist Anni glücklich.

Mit ihrem Langzeitfreund Thies lebt sie in einem hübschen Bremer Häuschen, ihr Geld verdient sie als Game-Designerin und in ihrer Freizeit entwirft sie Poster- und Postkartenmotive. Doch dann will ihr Chef, dass sie das neue Büro in Berlin leitet. Und Thies will auf einmal heiraten. Nur Anni weiß nicht mehr, was sie will. Da meldet sich ihre Jugendfreundin Maria aus Norderney, und Anni beschließt spontan, eine Auszeit zu nehmen. 6 Wochen Sand und Wind, Sterne und Meer – einfach mal durchpusten lassen. Danach sieht sicher alles anders aus. Wie anders, das hätte Anni sich allerdings nicht träumen lassen…

Meine Meinung:

Beförderung und Umzug nach Berlin oder Heiraten?

Dieses Buch ist wie ein Rosamunde Pilcher Film, nur viel besser, denn es ist ein Inselroman. Das verspricht Sonne, Strand und Norderney. Anni merkt, dass ihr Leben irgendwie feststeckt. Sie erhält immer noch viele Hochzeitseinladungen, nur sie bekommt nicht den ersehnten Antrag von Dauerfreund Thies. Außerdem soll sie ein neues Büro in Berlin leiten. Doch soll sie diesen Schritt wirklich wagen? Um das herauszufinden, fährt sie zu ihrer Freundin nach Norderney. Eine Szene im Buch erinnert mich stark an den Fähranleger Dagebüll/Mole (seufz). Ich möchte auch mal wieder Urlaub auf einer Insel machen. Zum Schluss musste ich sogar ein paar Tränen verdrücken, so schön traurig war das Ende.

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Coverkäufe sind doch die besten Errungenschaften oder was sagt ihr dazu?

Zitat:

„Niemand denkt direkt nach der Schule darüber nach, ob man in einem Job alt werden kann.“ (Seite 38)

Fazit: Zurücklehnen, Buch aufschlagen und wohlfühlen. Man kann sich direkt in die Geschichte reinfallen lassen und mitfühlen, mitlachen, vielleicht auch mitweinen.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „All In – Tausend Augenblicke – Emma Scott

Klappentext:

Kacey Dawson wollte immer nur Musik machen. Aber selbst der kometenhafte Aufstieg ihrer Band kann sie nicht über ihre innere Einsamkeit hinwegtäuschen. Nach einem desaströsen Konzert in Las Vegas wacht sie mit dem schlimmsten Kater ihres Lebens auf der Couch ihres jungen Chauffeurs Jonah Fletcher auf. Er bietet ihr eine Auszeit von ihrem Leben als Rockstar und den Halt, den sie immer gesucht hat. Schon nach kürzester Zeit verspürt Kacey eine tiefe Verbundenheit zu Jonah – es ist, als wäre er der Teil von ihr, der immer fehlte. Doch Jonah hat ein Geheimnis – so groß und herzzerreißend, dass es ihre Welt für immer auf den Kopf zu stellen droht…

Meine Meinung:

Wieder ein New Adult Buch, das mich sehr überzeugt hat. Allein das Cover hatte es mir so angetan und die Tatsache, dass ich gerne Büchervideos auf YouTube gucke und mich die Story sehr angesprochen hat.

Viva Las Vegas! Das Setting ist Las Vegas. Die 22jährige Kacey braucht eine Auszeit von ihrem exzessiven Leben als Sängerin und landet bei Jonah. Sie verbringen vier Tage zusammen, in denen Kacey mehr über sich lernt, als sie für möglich gehalten hat. Jonah verdient sich als Chauffeur sein Geld, um seine Kunst zu finanzieren, denn eigentlich ist er Künstler und entwirft eine Skulptur aus Glas, die er unbedingt noch beenden will, bevor… Nein, das verrate ich euch an dieser Stelle nicht. Nur so viel: Kacey weiß am Anfang nichts von seinem Geheimnis, doch im Laufe des Buches kommt sie natürlich dahinter… Ich kann es nur nochmal wiederholen. Es ist einfach ein Hammer Buch. Vielleicht das Buch des Jahres 2021 für mich.

Zitat:

Damals wusste ich es nicht, wie sollte ich auch, aber in diesem Augenblick fing der Rest meines Lebens an – oder das, was davon noch übrig war. (Seite 48)

Fazit: Ich habe die Seiten regelrecht inhaliert, geradezu eingeatmet, verschlungen. Es lässt mich mit einem beklemmenden und zugleich verstörenden Gefühl zurück. Ihr werdet dieses Buch lieben. UNBEDINGT LESEN! Es hat mehr als nur fünf Lesemäuse verdient.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Petra Schier „Kleiner Streuner – große Liebe“

(2020)

Klappentext:

Vier Pfoten verändern dein Leben…

Pünktlich zum ersten Schnee bekommt der kleine Streuner ein warmes Zuhause und einen Namen. „Socke“ gefällt ihm ganz wunderbar. Es passt zu seinen weißen Pfötchen. Er wohnt jetzt bei André und darf jeden Tag mit ihm zur Arbeit fahren und dort Eva sehen. Sie ist nun Sockes neues Frauchen. Warum sie allerdings nicht auch bei ihm und André einzieht, versteht Socke nicht ganz, aber das scheint so ein Menschending zu sein. Das will Socke unbedingt lösen – am besten noch vor Weihnachten.

Meine Meinung:

Endlich habe ich die Bücher fertig rezensiert, die ich im letzten Jahr gelesen habe. Dieses Jahr werden es noch mehr, da ich viel zum Lesen komme. Übrigens ist es dieses Buch der perfekte Kontrast zum derzeitigen Sommerwetter.

Bei einem Mädelsabend mit viel Wein schreibt Eva einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann, denn sie möchte dringend ihren Mr. Right finden. Tja und tatsächlich liest der Weihnachtsmann auch Evas Wunschzettel. Wie es in den Weihnachtsbüchern von Petra Schier nun einmal so ist, kommt auch hier wieder ein Hund ins Spiel. Dieses Mal ist es ein kleiner Streuner, der auf den Namen „Socke“ getauft wird. Wer ihm den Namen gibt? Na André, der genau wie Eva in der Sozialstation arbeitet.

Da Eva gerade auf Wohnungssuche ist und keine Wohnung findet, in die sie Socke mitnehmen kann, nimmt André den Hund erstmal bei sich auf.

Besonders lustig fand ich die Szene mit der Schneeballschlacht.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, was richtig Abwechslung reinbringt und Spaß macht, das Buch zu lesen.

Zitat:

Schwieger…was? Kenne ich nicht. Macht doch mal die Tür auf, ich bin so neugierig! (Seite 199)

Fazit: Ich habe mich köstlich amüsiert. Überhaupt ist das Buch grandios und sehr gelungen. Eine Geschichte über Freundschaft und ein Hauch Weihnachtsmärchen. Ich habe immer wieder Tränen gelacht. Wenn es möglich ist, würde ich die Autorin gerne wieder persönlich treffen.

Vielen Dank an den MIRA Taschenbuch Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „Manchmal will man eben Meer“ – Sandra Girod

(2020)

Klappentext:

Für ihre vierjährige Tochter würde die Journalistin Yola Wolkenstein alles tun – eine Mutter-Kind-Kur in Cuxhaven stand allerdings nie auf ihrer Liste von Dingen, die man im Leben unbedingt mal gemacht haben muss… In der Kurklinik an der Nordsee trifft Yola andere Mütter, bei denen auch nicht immer alles rosig läuft. Aber davon muss man sich ja nicht gleich unterkriegen lassen! Gemeinsam stellen sich die Frauen ihren Problemen und finden unkonventionelle Lösungen. Als sie beschließen, es auf einem Rockkonzert mal wieder richtige krachen zu lassen, nimmt der Abend jedoch einen ungeahnten Lauf…

Meine Meinung:

Wenn ich diesen Roman in einem Satz beschreiben müsste, würde ich ihn mit „Eine Party mit Hagebuttentee in Cuxhaven“ beschreiben. Ich denke, dass dieser Satz ganz treffend ist.

Yola lernt in der Mutter-Kind-Kur eine lustige Gruppe von Müttern kennen, mit denen sie allerhand unternimmt. Das sind Güler, Diana, Rendsburg, Ulrike und Eva, mit denen sie unter anderem auch zusammen die Wassergymnastik macht. Vor allem die Äußerungen von Diana bei eben dieser sind so komisch, dass ich Tränen gelacht habe. Beim Lesen kam ich manchmal etwas durcheinander, da die vielen Namen aufgezählt werden und wer jetzt was erzählt bzw. sagt.

Yola reagiert durch eine schlechte Erfahrung in ihrer Vergangenheit gereizt auf Glitzer und außerdem hat sie Angst vor Spinnen. Die Treffen der Frauen waren legendär.

Klasse fand ich die Darstellung von der vierjährigen Tochter Janelle, die hier ganz unkompliziert rüberkommt.

Das Rockkonzert spielt eine wichtige Rolle in dem Buch, steht aber nicht im Vordergrund. Es ist quasi das i-Tüpfelchen des Buches.

Zitat:

„Greenpeace rettet die Wale“, japste Diana. „Und wer rettet mich?“ (Seite 63)

Fazit: Ich hätte gerne gewusst, ob Yola und Daniel noch die Kurve gekriegt haben oder ob sie bei Morton geblieben ist. Das lässt die Autorin offen und lässt Raum für Spekulationen. Eine sehr unterhaltsame Lektüre für zwischendurch. Absolut empfehlenswert!

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ“ – Anna Bell

(2020)

Klappentext:

Abi würde alles tun, um Joseph zu beweisen, dass sie die perfekte Frau für ihn ist. Sogar surfen lernen, mit dem Fahrrad um die Isle of Wight radeln und sich vom höchsten Turm der Stadt abseilen – trotz Höhenangst. Als sie mit schlotternden Knien in die Tiefe blickt, lernt Abi nicht nur etwas über die Liebe, sondern erkennt auch, dass sie nur dann wirklich glücklich wird, wenn sie ihren eigenen Träumen folgt.

Meine Meinung:

Eine Liste, drei Monate Zeit, um sie zu erledigen, um den Ex zurückzugewinnen. Was für ein wahnsinniges Vorhaben. Also ich wollte nicht mit Abi tauschen. Was sie alles auf sich nimmt. Fahrrad fahren, Windsurfen und vom Hochhaus abseilen sind Herausforderungen, die einen über sich hinauswachsen lassen. Es sind alles Dinge auf der Liste, die Joseph Spaß machen, aber nicht Abbi. Sie macht sie nur ihm zuliebe, weil sie denkt, dass sie so wieder bei ihn landen kann und stellt die Fotos sogar ins Internet, damit er sie sieht. Tut er das wirklich???Ist es das wirklich wert? Ich würde mich nicht für einen Mann verbiegen, nur damit er mich zurücknimmt. Vor allem Ben fand ich sehr sympathisch. Er erinnert mich sehr an einen Freund von mir. (zwinker Smiley) Ben ist ein netter Typ, er ist bereits mit seiner Freundin Tammy zusammen, die sehr sportlich ist.

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Coverkäufe sind doch die besten Käufe oder was sagt ihr dazu?

Zitat:

„Wow, dann können wir also das Warnschild „Achtung biologischer Gefahrenstoff“ von deiner Tür nehmen?“ (Seite 31)

Fazit: Ein humorvolles und kurzweiliges Buch über eine Frau, die ihren Exfreund unbedingt zurückhaben will und am Ende etwas ganz anderes findet. Es ist ein wirklich sehr witziges Buch, das mich gut unterhalten konnte.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „Brausepulverherz“ – Leonie Lastella

(2020)

Klappentext:

Wenn das Herz kribbelt und bitzelt wie Brausepulver au der Zunge

Jiara lebt eigentlich in Hamburg, jobbt aber den Sommer über in einer Trattoria an der italienischen Riviera. Ihr ansonsten so strukturiertes Leben steht Kopf, als sie Mio trifft. Na ja, von einem „Treffen“ kann hier nicht die Rede sein, eher von einer Explosion, einem Tsunami, einem Feuerwerk. Nein, Letzteres wäre dann doch zu kitschig.

Sofort ist da dieses Knistern und Kribbeln. Nur manchmal fühlt es sich eher an wie kleine Stromschläge – so grundverschieden sind die beiden. Und eigentlich darf das alles nicht sein: Jiara hat einen Freund, ein Leben und eine Zukunft in Hamburg – oder?

Meine Meinung:

Da ich dieses Buch schon länger bei mir stehen hatte, freute ich mich sehr darauf, es endlich zu lesen. Das kann man schön locker weg lesen und es entführt einen mit seiner Atmosphäre nach Italien. Dem war nicht so, wie ihr unten an meinem Fazit sehen könnt. Das Cover finde ich toll, denn es weckt eine Sehnsucht nach Urlaub.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus der Sicht von Jiara und aus der von Milo. Das finde ich gut, denn ich mag so etwas gerne. Die Handlung spielt neben Italien auch in Hamburg.

Die Szene im Buch, in der Jiara und Milo auf dem Berg sitzen, konnte ich mir bildlich gut vorstellen. Ich selber würde es mich nicht trauen, in einen Abgrund zu schauen, da ich Höhenangst habe. Es gab den einen oder anderen Gänsehautmoment, jedoch zog sich die Handlung in die Länge. Ich habe es deshalb nicht abgebrochen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es endet.

Der Leser lernt mehr über Milos familiären Hintergrund.

Fühlt sich die Zukunft für Jiara noch richtig an oder wird sie in eine neue starten?

Zitat:

Er sieht mich noch immer nicht an, aber die leichte Brise, die über die Gipfel der Berge streicht, trägt seine Worte zu mir. „Glaub mehr an dich.“ (Seite 93)

Fazit: Eine sehr spannungsgeladene Geschichte, die Lust auf Italien macht. Das Buch ist zwischendurch sehr poetisch geschrieben und hat ein versöhnliches Ende. Es kann jedoch sein Versprechen nicht halten, dass es ein Jahresvorrat an Glück ist. Ich persönlich muss meinen Jahresvorrat jedenfalls noch anhäufen.

Dieses Buch bekommt von mir vier Lesemäuse.

Rezension „Die Fliedertochter“ – Teresa Simon

(2020)

Klappentext:

Eine geheimnisvolle Schneekugel.

Das Erbe einer starken Frau.

Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat.

Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist…

Berlin 2018. Paulina Wilke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird…

Meine Meinung:

Als Jugendliche habe ich solche Bücher gerne gelesen, geradezu verschlungen. Nun, nach gefühlt 20 Jahren, kann mich dieses Genre wieder begeistern. Damals (1997) war ich auf Klassenfahrt in der KZ-Gedenkstätte Dachau, wo wir unter anderem auch einen Film darüber geguckt haben. Mich schockierten und bewegten die Bilder mit sechzehn sehr.

Die Handlung spielt sich zwischen 1936 (Zweiter Weltkrieg, Judenverfolgung) und 2018 in Wien ab und deswegen muss man den Dialekt mögen. Gerade dass es sich hier um eine geheimnisvolle Schneekugel dreht, reizte mich das Buch zu lesen. Die Tagebucheinträge fand ich am Anfang etwas verwirrend, doch zum Schluss ergab alles einen Sinn. Ich bin froh, in einer anderen Zeit zu leben, wobei jede Zeit irgendwie seine Sonnen- bzw. seine Schattenseiten hat.

Wird Pauline das Geheimnis um Luzie und ihre Familie entschlüsseln können und was hat ihre Freundin Antonia damit zu tun? Diese spannende Frage könnt ihr lösen, indem ihr das Buch lest.

Zitat:

Doch wie hätte ich mich noch von ihm trennen können, als ich nach Wochen widerlichster Übelkeit zum ersten Mal in mir sein zartes Flügelschlagen wie ein freundliches Hallo gespürt habe? (Seite 12)

Fazit: Der Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart fasziniert mich an solchen Büchern. Ein gut recherchierter, durchdachter Roman. Das war das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und es wird bestimmt nicht mein letztes sein. Sie hat einen guten Schreibstil, der einen nur so durch die Geschichte fliegen lässt.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.

Rezension „Tütensuppenglück“ – Kristen Bailey

(2020)

Klappentext:

Das Rezept zum Glück

Übermüdet und gestresst erledigt Jools am Montagmorgen den Großeinkauf für ihre sechsköpfige Familie. Im Einkaufswagen landen auch Fischstäbchen und Muffins.

Als sie von dem bekannten Fernsehkoch Tommy McCoy wegen des fehlenden Bio-Gemüses vorgeführt und als Rabenmutter beschimpft wird, platzt ihr der Kragen. Sie lässt ihren ganzen Frust über den Alltagsstress mit vier Kindern raus: Nein, sie backt ihr Brot nicht selbst, und von Quinoa hat sie auch noch nicht gehört. Aber sie liebt ihre Kinder über alles – auch wenn sie ihr manchmal maßlos auf die Nerven gehen.

Jools ahnt nicht, dass ihre Schimpftirade als Video im Internet landet und sie dort viel Zuspruch von anderen Müttern erfährt. McCoy hingegen gönnt ihr die mediale Aufmerksamkeit nicht – und fordert sie zu einem Kochwettbewerb heraus…

Meine Meinung:

Dieses Buch wurde mir von meinem Kollegen empfohlen. Erst einmal vorweg: Das Buch ist nichts für Vegetarier, denn im Buch wird sehr viel mit Fleisch gekocht. Mir hat dieser Roman trotz allem sehr gut unterhalten. Warum? Die Medienpräsenz steht hier sehr im Fokus. Wie Medien eine regelrechte Hetze auf Menschen ausüben. Außerdem wird hier, finde ich, sehr die Stellung der Mütter beleuchtet. Die Handlung spielt fast überwiegend am Küchentisch der Familie und es dreht sich viel ums Essen, was gut zum Cover passt. Möchtet ihr so wie Jools beim Einkaufen kritisiert werden und euch mit einem TV Koch streiten? Ich jedenfalls nicht. Wie sie den Alltag meistert und mit den alltäglichen Herausforderungen zurechtkommt, das müsst ihr selber nachlesen.

Zitat:

Das Leben, die Familie ist wichtiger als irgendeine launenhafte Schwärmerei für jemand Verflossenes. (Seite 273)

Fazit: Eine sehr schöne Familiengeschichte, die zeigt, dass Familie eben doch das Wichtigste ist. Der Familienzusammenhalt steht hier immer im Vordergrund, was ich sehr gut finde. Wer etwas zum Schmunzeln und einfach weg lesen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Ich habe es auch schon an meine beste Freundin verschenkt, weil ich denke, dass sie das Buch auch sehr gut finden wird.

Dieses Buch bekommt von mir fünf Lesemäuse.